Sapüner Stelli

Die Suche auf Swisstopo nach dem Flur- oder Lokalnamen „Stelli“ ergibt eine erstaunlich lange Resultatliste. Mein Rekogn-Ziel war d‘ Sapüner Stelli, 2’621 müM oberhalb Sapün im Schanfigg.

Wir waren eine bunte Gruppe auf dem Gipfel, zwei muntere Frauen und eine weitere Gruppe mit Tourenskis, andere mit Splitboards, selbst ein Gleitschirmflieger sowie später beim Abstieg – nebst mir als Einzelgänger – noch weitere Schneeschuhläufer. Die günstige Lawinensituation lud ein, den Gipfel auch alleine zu begehen.

Es hat sich gelohnt – die Aussicht war wie erwartet grandios, die Mittagsrast auf dem Gipfel noch ohne angesagte Bise somit ausgedehnt

Blick von Stelli auf Mederger Flue und Medergen
Blick von Stelli auf Mederger Flue und Medergen

Noch vor dem Dörfji Sapün näherte sich ein Heissluftballon unerwartet nahe dem nahen Grat. Ein für die Besatzung bestimmt spannendes Manöver, hingegen für die Hirsche und Gämsen im Gebiet wohl eher eine unwillkommene Stresssituation. Vom Tal konnte ich beobachten, wie sich eine grosse Gruppe Hirsche und Gämsen in hohem Tempo aus dem Staub machten.

Heissluftballon oberhalp Sapün
Heissluftballon oberhalp Sapün

Der Aufstieg vom Bahnhof Langwies nahm knappe vier Stunden in Anspruch – bei guten Bedingungen und Schnee der mich weitgehend trug.

Aufstiegsspuren auf die Sapüner Stelli
Aufstiegsspuren

Zwischendurch mal ein Hallo an eine andere Gruppe und oben auf dem Gipfel weitere freundliche und aufgestellte Gesichter sowie geteilte Schokolade.

Spur eines Schneehasen
Spur eines Schneehasen

Immer auch wieder Spuren von Gämsen oder wie hier vom Schneehasen. Es in dieser Umgebung auszuhalten und hier permanent zu leben, gebührt mein Respekt.

Der Schneehase wurde übrigens vom Bundesamt für Umwelt neu als „potenziell gefährdet“ (Rote Liste der Säugetiere) eingestuft. Gemäss Wildbiologe Hannes Jenny ist der Schneehase im Kanton Graubünden jedoch nicht bedroht, „Der Schneehase trifft hier auf grossflächige alpine Lebensräume, deshalb geht es den Beständen noch sehr gut“ (Bündner Tagblatt vom 8. März 2022).

Chobel bei Ausserhaupt oberhalb Sapün
Chobel bei Ausserhaupt oberhalb Sapün

Während des Abstiegs zum Bergsterne-Hotel Heimeli noch etwas Zeit zum links und rechts schauen und mich an schönen, eindrücklichen Formen am Himmel und in der Landschaft zu erfreuen.

Ein Tag der Spuren hinterlässt.

Martin

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